Connectivity: Tashkent Conference

An international conference on Connectivity in Central Asia took place in Tashkent, Uzbekistan, on February 19-20, 2019.

„Die Konferenz ist sehr wichtig für uns!“ stellen die beiden Diplomatinnen fest. Wie wichtig, das hat eine von ihnen mit einer eindrucksvollen Rede dargelegt. Mit einem bunten Schal um Kopf und Nacken stehen sie im Foyer der Staatsbibliothek in Taschkent.
Sie kommen aus Afghanistan. Sie sind Gäste der Internationalen UNRCCA Konferenz „Central Asian Connectivity: Challenges and new Opportunities“, die am 19./20. Februar in Usbekistans Hauptstadt Taschkent stattfand.

Rund 300 Teilnehmer hörten und diskutierten Chancen und Fragen, die sich durch die neue Entwicklung in Zentralasien stellen. Lange Jahre war Usbekistan, die Mitte Zentralasiens, verschlossen. Zahlreiche Konflikte mit den Nachbarn warteten auf eine Lösung. Seit Dezember 2016, seit der neue Präsident Schafkat Mirzijojev sein Amt angetreten hat, hat sich das Land geöffnet. Mit den Nachbarn pflegt Usbekistan jetzt freundliche Beziehungen. Statt der Konflikte gibt es eine regionale Zusammenarbeit. Auch Experten sind beeindruckt, welche Entwicklung eingesetzt hat, und wie schnell!
Die einstige Rivalität mit dem großen Nachbarn Kasachstan hat sich in eine Zusammenarbeit verkehrt, bei der sich alle sich an die gemeinsame Vergangenheit in der Sowjetunion erinnern, vor allem aber nach gemeinsamen Lösungen für die Zukunft suchen.

Die Lage Usbekistan macht das Land zum Zentrum Zentralasiens. Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte aller Zentralasiaten in Usbekistan wohnt. Die sich daraus ergebenden Chancen sind groß, aber auch die Herausforderungen: Wie ist es um die Sicherheit der Region bestellt? Welche Chancen gibt es, eine – gegen radikale Kräfte – gesicherte, aber doch durchlässige Grenze zu haben? Welche Transportwege werden gebraucht, welche Routen müssen ausgebaut und welche neu gebaut werden? Wo sollen Handelszentren entstehen? Woher soll das stets knappe, aber überlebenswichtige Wasser kommen? Woher die Energie, die benötigt wird, um den Lebensstandard langsam anzuheben und um Investitionen ins Land zu bekommen? In der Nachbarschaft zu Russland und auch zu China will jeder Schritt gut überlegt sein. Deshalb war es ein kluger Gedanke, die Zahl der internationalen Experten zu dieser wichtigen Konferenz groß, und aus den beiden großen Nachbarn aber eher klein zu halten.

In vier Panels referierten und diskutierten die Experten Vorschläge zur regionalen Zusammenarbeit, zum Thema „Connectivity“, also Handelsrouten, aber auch Communication, dann Fragen zur Sicherheit in der Region, zu Wasser und Energie, und zu sozialen Fragen. Die Ergebnisse zeigten Wege auf. Insbesondere aber gaben sie ein eindrucksvolles Bild von den vielen anstehenden Aufgaben. Viele Dinge müssen jetzt neu überlegt, geplant und angepackt werden, denn Usbekistan liegt in der Mitte nicht nur Zentralasiens, aber zwischen dem stark wachsenden Indien und der Mongolei, zwischen Afghanistan und Russland, zwischen China und Europa, ganz im Zentrum. Die regionale Zusammenarbeit wird entscheidend wichtig sein, damit die Akteure die Weichen für eine erfolgreiche, sichere Zukunft richtig stellen. Auch für Afghanistan!

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