Polen und Deutschland können und sollten enger zusammen rücken. Diese Botschaft überbrachte Wlodzimierz Czarzasty, der Marschall des Sejm, des polnischen Parlaments, am vergangenen Dienstag in Berlin. Erst im November hatte der zweit-wichtigste Vertreter Polens sein Amt angetreten. Die Reise war seine erste Auslandsreise – schon das ein Zeichen! Angesichts der welt-politischen Lage ein äußerst wichtiger Besuch.
Der Marschall hielt einen interessanten, und auch bewegenden Vortrag.
Seine wichtigsten Punkte waren:
- Wir brauchen eine Wieder-Belebung der deutsch-polnischen Beziehungen
- Das „Weimarer Dreieck“ Paris – Berlin – Warschau sollte wieder belebt werden. Letztes Treffen war 2016
- Geschichte ist Vergangenes, aber in Polen leben noch 55.000 Menschen, die in der NS-geschädigt wurden, und die zumindest eine Anerkennung des Erlittenen erhalten sollten. Wer so viel Geld wie Deutschland für Waffenkäufe aufbringen kann, solle auch zumindest eine kleine Summe, oder doch allerwenigstens eine ideelle Anerkennung überbringen.
- Ein im Bau befindliches Denkmal, den Opfern der NS Zeit gewidmet, soll in vier (!!) Jahren fertig sein. Es ist im Bau – und es solle bitte schneller gehen, damit die meisten Geschädigten die Fertigstellung noch erleben. Damit nehme man auch den rechten Strömungen ein Argument, das immer wieder gegen Deutschland angeführt wird. Es ginge darum, die Herzen zu erreichen. (…das kann ich nur bestätigen…)
- Der ERSTE Auslandsbesuch des Marschalls vom Sejm (2-t wichtigster Posten im Staat, gleich nach dem Präsidenten) geht gezielt nach Deutschland. Die Zusammenarbeit ist dringend gewünscht und erforderlich, angesichts der Weltlage. (Hier kamen noch Details, wo überall Europa sich aus Abhängigkeiten lösen sollte.) Wir in Europa sollten enger zusamen arbeiten.
- Vorschlag: Es sollte eine deutsch-polnische Parlamentariergruppe geben, in beiden Ländern. Die Regierungen sollten dann durch die „geöffneten Türen gehen“.
- Thema waren auch die rechten Strömungen in beiden Ländern. Hier müsse die ältere Generation mehr, und die Wahrheit erzählen über die Ereignisse in der Vergangenheit, damit damit die Rechten mit ihren Unwahrheiten nicht weitere Anhänger finden würden.
……..
Meine Einschätzung habe ich bei einer Einladung nach Polen im Dezember 2025 vorgetragen und die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen über die letzten Jahrzehnte betrachtet. Sie haben sich seit 1980 (Solidarnosc-Bewegung) fast kontinuiertlich verbessert. Aber es gibt noch sehr viel zu tun, damit wir einander besser verstehen! Und damit rechte Strömungen mit Unwahrheiten keine Anhänger finden.
Die Vergangenheit sollte nicht die Zukunft belasten. Sie sollte vielmehr ein Anlass sein, einander mehr zuzuhören und gemeinsame Wege zu finden. Europa braucht Einigkeit!




