Georgien: Demonstrierende fordern Sanktionen und neue Wahlen

Sie stehen vor dem Parlament, Junge, Alte, und Menschen im mittleren Alter. Jeden Abend seit dem 28. November stehen sie hier, trommeln, rufen und pfeifen. Heute ist es zum 124. mal. Es sind nicht mehr so viele wie in den ersten Tagen, aber noch immer sind es um die 1000 Teilnehmende. Zur Hälfte sind es junge Menschen.
Eine 80-jährige, elegant gekleidet, hält drei Fähnchen fest in der Hand: EU, Ukraine, Georgien. Sie sitzt auf der Bank vor dem Parlament und verfolgt das Geschehen durch ihre große Brille. „Ich war jeden Tag hier“ stellt sie fest, „außer an den fünf Tagen, an denen ich krank war.“.
Die Demonstrierenden sind Studenten und ProfessorInnen, PolitikerInnen, bekannte SchauspielerInnen, KünstlerInnen und viel weitere. Alle hier wollen ein Zeichen setzten gegen die Regierung, die durch Wahlmanipulation an die Macht gekommen ist, und die nicht die Mehrheit der Wählenden vertritt. Davon sind die hier Versammelten überzeugt. Die Regierung sei Moskau-hörig, und Bedzina Ivaniashvili habe diesen Coup eingefädelt.

Sie fordern neue Wahlen, und Sanktionen gegen all die Akteure, die Georgiens Demokratie vernichten. Jetzt regierten die Oligarchen, heisst es. Und so gibt es unter den Eingeweihten eine neue Begrüßung: „Feuert die Oligarchen!“
Stück für Stück baut Georgiens Regierung die demokratischen Rechte und Menschenrechte ab.

Drakonische Strafen von umgerechnet 2500 Euro erhalten Demonstrierende, die von Kameras erkannt werden. Das entspricht sieben durchschnittlichen Gehältern! Andere wandern gleich ins Gefängnis.
Dennoch, sie demonstrieren weiter und hoffen, dass man sie in der EU hört und sieht. Und ihnen hilft. Trotz der vielen anderen, internationalen Krisen.

 

 

 

 

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