Bahnhöfe sind Orte der Begegnung. Hier treffen Menschen zusammen, die nur eines gemeinsam haben: Sie wollen weiter.
Ein Bahnhof ganz anderer Art ist der Hamburger Bahnhof in Berlin. Wer hierher kommt, möchte verweilen, schauen und bauen. Denn der einstige Bahnhof ist heute ein Museum.
In der riesigen Halle, in der einst Güterzüge ratterten und quietschten, kamen und gingen, stehen und liegen heute hunderte hölzerne Bauklötze. Bei leisen, meditativen Klängen schieben sich Bauklötze neben und übereinander zu langen Schlangen, Säulen und Burgen.
Die Halle ist gut besucht. Junge und alte, einzelne und Gruppen von Baumeistern üben sich im Hochstapeln und Kreieren von Türmen und Pyramiden, hier und da in ganzen Baukomplexen.
Das helle Holz der Bausteine gibt der hohen und luftigen Halle ein Atmosphäre von Leichtigkeit. Geräusche verklingen, werden quasi aufgesaugt von der riesigen Halle. Ein faszinierendes Erlebnis.
Rechts und links der einstigen Bahnhofshalle, wo früher die Papiere für Frachten von Tisch zu Tisch wanderten, steht der Besucher heute vor Werken von Josef Boys. Auch hier heißt es: stehen bleiben, schauen, denken. Da liegen verstreut Gegenstände – was will der Künstler damit sagen? Auch hier geht es um Kreativität. Sie ist für Josef Beuss das größte Kapital des Menschen.
Auch hier füllen Licht und Leichtigkeit die Räume, so ganz anders als die lauten und geschäftigen Bahnhöfe, in denen Menschen und Züge von Ort zu Ort rasen.
Mit diesem Museums-Bahnhof ist etwas gelungen. Ein Ort der Reflexion ist entstanden, nur wenige Minuten entfernt vom lauten, geschäftigen, riesigen Hauptbahnhof Berlin.







