Wer es noch nicht vernommen hatte, kann jetzt nicht mehr daran vorbei:
Die Wahlen in Sachsen-Anhalt gestern sind schockierend, und ein schrillender Weckruf. Die Wahlbeteiligung lag bei über 70% und damit hoch. Zunächst ein gutes Zeichen für das Engagement der Wähler. Doch eine Mehrheit für die radikalen Rechten? Für ein Wahlprogramm, dass so ziemlich alles beseitigen will, was die Demokratie ausmacht?
Viele haben wohl nicht verstanden, worum es geht. Sie sind unzufrieden mit der Politik. Dabei fragt man sich, mit welcher – der in Berlin oder der in Sachsen-Anhalt?
In jedem Fall müssen die gewähten und demokratisch gesinnten VertreterInnen genauer hinhören und hinschauen, wie sie die Kritik und die Wünsche der WählerInnen in politisches Handeln umsetzen. Die Wählenden müssen spüren, dass ihre Vertretung für sie arbeitet, vor Ort!
Warum ist es noch immer nicht gelungen, die Unzufriedenen auf eine reallistische Perspektive für ihre Zukunft einzustimmen? Warum gehen so viele an die Wahlurnen, engagieren sich aber kaum dabei, den politischen Raum zu gestalten?
Gesucht sind mutige Bürgerinnen und Bürger, die sich und ihre Umgebung einbringen in politische Gestaltung. Erst wenn sie die Räume vor Ort gestalten, kann Demokratie wieder lebendig werden.

