Von der quirligen Hauptstadt Erewan bis in die Tiefen der uralten Klöster ist Armenien ein interessantes und schönes Land im Südkaukasus.
Zwei Wochen habe ich alle Regionen des Landes bereist, begleitet von einem unentbehrlichen Fahrer aus der Region. Ich konnte ein Land entdecken, dass mir bisher kaum vertraut war.
Schon bei der Einreise treffe ich auf eine große, offene Wunde: Karabach. Mein Pass beinhaltet ein Visum von 2019 zum Nachbarn Aserbaidschan, das heute die Region Karabach wieder eingenommen hat. Die steht ihm völkerrechtlich zu. Aber bei dem jüngsten Krieg 2023 trieben die Aserbaischaner mehr als 100.000 Armenier in die Flucht, wie es schon Anfang der 1990-er Jahre in umgekehrter Richtung erfolgt war. Hinter dem Krieg damals steckten geostrategische Interessen Moskaus, bei dem jüngsten Krieg ging es wieder einmal um Energieleitungen und sichere Handelswege – und dieses Mal um westliche Interessen.
Nach einer ganzen Reihe von Fragen erhalte ich den Stempel zur Einreise, wenn auch begleitet von finsteren Blicken. Mittlerweile hat der Herr hinter mir die Warteschlange gewechselt.
Die Tür steht damit offen für eine Reise ins Innere eines Landes im Südkaukasus, dass ich kaum kenne, während Georgien und Aserbaidschan mit wohl vertraut sind.
Armenien sucht gerade neue Freunde und ist mitten im Umbruch von einer alten auf eine neue Allianz. Im Krieg vor drei Jahren erheilt es keine Hilfe aus Moskau, auf die man seit Jahren vertraut hatte. Russlands Militär ist braucht seine Ressourcen im Krieg gegen die Ukraine.
Doch meiner Mitreisenden und mir geht es um die uralte Kultur, die Klöster und Kirchen, und die Menschen, die heute in diesem Land wohnen.
Mit den folgenden Bilder und Posts gebe ich meine Eindrücke weiter. Bisher sind Reisen ins Innere Armeniens denjenigen vorbehalten, die sich einer Gruppen mit Übersetzern anschließen, oder denen, die Armenisch oder Russich sprechen. Mein Glück – ich spreche Russisch. Es werden 12 intensive Tage.


